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Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 08.10.2008 Alte Profis drehen die Zeit zurück Das Druckmuseum macht überregional Furore. Der Deutsche Museumsverband würdigt in seinem bundesweiten Magazin die freiwilligen Profis, die ihr altes Handwerk an den Maschinen zeigen.
In der Luft hängt der Duft von Farbe und Druckerschwärze. Männer in Arbeitskitteln überprüfen die Hebel und Knöpfe. An der Linotype-Setzmaschine fallen klimpernd Bleibuchstaben in die Form. Und an der alten Presse dreht ein Profi die Kurbel und zieht den Kniehebel zur Seite. Das Druckmuseum im Kulturzentrum erwacht zu neuem Leben. Die Kolosse aus der Blütezeit der schwarzen Kunst gehören noch lange nicht zum alten Eisen. Die Maschinen aus Buchdruckereien und Zeitungsbetrieben beweisen ihre ungebrochene Funktionstüchtigkeit regelmäßig bei öffentlichen Vorführungen für die Besucher. Ein Experten-Team aus ehemaligen Druckern und Setzern aktiviert ehrenamtlich den Maschinenpark und gewährt einen Einblick in die Arbeitswelt des Druckgewerbes. "Wir verstehen uns als Aktivmuseum", beschreibt Museumsleiter Dr. Martin Westphal sein Konzept. Die "lebendige" Rendsburger Sammlung von Druckmaschinen der vergangenen 160 Jahre hat jetzt überregional Anerkennung gefunden. In dem bundesweit herausgegebenen Museums-Magazin, das kostenlos im Kulturzentrum ausliegt, ist ein Bericht über die voll funktionstüchtigen Maschinen erschienen. "Wir sind zugegeben ein wenig stolz darauf, dass zum ersten Mal eine Museumseinrichtung in Rendsburg mit einem Beitrag näher vorgestellt wird", freut sich Martin Westphal. "Dies ist umso höher zu bewerten, wenn man weiß, dass in diesem Magazin nur jeweils eine Einrichtung pro Bundesland Erwähnung findet." Die Kollegen vom Deutschen Museumsverband loben in ihrer Publikation, dass in Rendsburg bewahrt wird, "was sonst wegen der rasanten technischen Entwicklung verloren ginge." Einzigartig sei vor allem das Engagement der rüstigen Rentnergruppe, die in der alten Kluft ihrer Zunft an den Wunderwerken der Mechanik tätig ist. Die Fachmänner erzählen bei den Vorführungen aus ihrem Leben und von ihrer Arbeit. Die alten Meister drehen die Zeit um Jahrzehnte zurück. Für die Gäste ist es neu und faszinierend, für die Männer ist es fast wie früher. hp
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